Ein aktuelles Interview des SRF am 8. September u.a. zum Projekt "Schweizen in Deutschland"

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aktueller Stand

Die Schweizen in Baden-Württemberg, Saarland und an der Mosel

Mehrmals haben wir uns schon auf die Reise gemacht, um die Schweizen in Deutschland zu besuchen. Unsere Spurensuche führte uns zuerst in die Schweizen von Baden-Württemberg, des Saarlandes sowie des Moselgebietes zwischen Trier und Koblenz. Weitere werden nach und nach folgen!

Dabebi waren die 3 „W“ unser Ziel: Wir wollten herausfinden, wann, wer und warum diese Gebiete den Namen Schweiz erhalten haben. Im Mittelpunkt der Reisen stand das persönliche Fühlen und Erleben der einzelnen Schweizen. Dazu haben wir sie alle bewandert und auch die nähere Umgebung erkundet. Gleichzeitig haben wir recherchiert, Menschen und Behörden aufgesucht und Informationen gesammelt. Viele Menschen begleiteten uns dabei auf diesem Weg, gaben uns Hinweise und versorgten uns mit Druckerzeugnissen und anderen Informationen. An dieser Stelle möchten wir dafür allen Beteiligten ein „Herzliches Danke“ sagen!

Auf unseren Entdeckungs- und Forschungsreisen erlebten wir viel Neues, Überraschendes und auch Abenteuerliches und konnten unser Wissen über Menschen, Kultur und Geschichte erweitern. Wir entdeckten viele Kleinode und Perlen, kaum bekannte Kulturstätten und -Denkmäler, heilige Stätten und mystische Plätze. All das hat unser Staunen über die Wunder, die Fülle und die Schönheit dieser Welt noch verstärkt. Und. Drei neue Schweizen liefen uns über den Weg …

Besucht haben wir bisher folgende Schweizen und über einige einen Bericht verfasst (siehe unten)

- Saarländische Schweiz (bei Bergweiler im Saarland) - Darüber haben wir ein erstes Buch veröffentlicht, das gegenwärtig überarbeitet wird

- Kollesleuker Schweiz (bei Kollesleuken/Freudenburg in Rheinland-Pfalz)

- Mehringer Schweiz (bei Mehring an der Mosel)

- Bernkasteler Schweiz (bei Bernkastel-Kues an der Mosel)

- Maringer Schweiz (bei Maring an der Mosel)

- Trarbacher Schweiz (bei Traben-Trarbach an der Mosel)

- Briedeler Schweiz (bei Briedel an der Mosel)

- Altlayer Schweiz (bei Altlay im Hunsrück)

- Briederner Schweiz (bei Briedern an der Mosel)

- kleine Luxemburger Schweiz (in Luxemburg)

- Nippeser Schweiz (in Köln)

- Kleine Schweiz (bei Ebersbach)

- Neuffener Schweiz (bei Neuffen)

Saarländische Schweiz

Saarland - Deutschlands schönste Fluss-Schleife, staunende Staatsoberhäupter und die Wende in der DDR

Ein einziger Fluss gibt einem ganzen Land seinen Namen: die Saar. Diese ungewöhnliche Namensgebung ist deutschlandweit einmalig. Es gibt kein Elbeland, Spreeland oder Moselland. Und auch kein Rhein- oder Oderland. Wie eine Hauptschlagader durchzieht dieser ungewöhnliche Fluss das kleinste Land der Bundesrepublik, das erst seit 1957 durch einen Volksentscheid sich zur großen Förderation bekannte. Die Jahre vor dieser „kleinen Wiedervereinigung“ schwankte es einerseits zwischen Frankreich und Deutschland hin und her, andererseits sollte ein souveräner Staat entstehen, der zum Mittelpunkt und zur Drehscheibe der Europäischen Union sich entwickeln sollte. So hatte der spätere Bundeskanzler Konrad Adenauer für seine Idee eines „Bundesstaates Europa“ geworben. Neben einer eigenen Fahne und Hymne besaß das Saarland sogar eine eigene Fußballmannschaft, die noch 1954 gegen Deutschland in der WM-Qualifikation kämpfte (sie verlor mit 1:3 am 28. März 1954). Damit hätte sie die Chance gehabt, Deutschland aus dem Rennen zu werfen und das „Wunder von Bern“ zu verhindern, wo die bundesdeutsche Fußballnationalmannschaft gegen die hoch favorisierte Nationalmannschaft Ungarns gewann und schließlich Weltmeister wurde.

Die weltberühmte Saarschleife Locker bleiben bei der Wende

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Kollesleuker Schweiz

Im Tal der Mühlen und Felsen: die Kollesleuker Schweiz

Der blinde König aus Luxemburg

Die Schweiz steht allgemein für Berge, Wälder, Täler, Felsen, aber auch für Einsamkeit, Rückzug und Abgeschiedenheit. Um diese zu erleben und dabei zulassen, dass sich eine neue Lebens- und Weltsicht eröffnet, kommt man auf dem Weg zur Kollesleuker Schweiz an einem mystischen Ort nicht vorbei: Die Klause Kastel. Sie befindet sich unweit der Saarschleife und liegt in der Nähe des Ortes Kastel-Staadt auf einem Felsmassiv. Von hier bieten sich faszinierende Ausblicke auf die Saar.

Höhlen, Kammern und Nischen, die zur Zeit der Kreuzzüge in den weichen Buntsandstein gegraben wurden, prägen das Bild des Plateaus. In einer Höhlenkammer meißelte man ein „Heiliges Grab“ ein, daneben Wohn- und Beträume, die an die heiligen Stätten auf dem Berg Golgota in Jerusalem erinnern sollten. Im Mittelalter lebten in diesem Refugium fromme Einsiedler, Eremiten. Inmitten befindet sich die Klausenkapelle, die später von Carl Friedrich Schinkel zu einer Grabkapelle für den blinden böhmischen König Johann von Luxemburg ausgebaut wurde. Erst 1946 wurden die Überreste des Königs in die Kathedrale in Luxemburg überführt. Unweit der Klause liegt eine natürliche, schon von Kelten besiedelte und nach drei Seiten durch Buntsandstein geschützte Befestigung (Oppidum). Oberhalb der Klause steht die alte Kirche St. Johannes der Täufer, dahinter befindet sich der Ehrenfriedhof Kastel für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges.

Das Kastel Blick auf die Saar

 

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Bernkasteler Schweiz

Die Bernkasteler Schweiz -  eine Perle unter Perlen

Wie Perlen einer Kette reihen sich Städte und Dörfer am Ufer der Mosel auf. Einer der bekanntesten Orte ist dabei Bernkastel-Kues, Zentrum der Mittelmosel und einer reizvollen Wein- und Kulturlandschaft. Seine idyllische Lage an beiden Ufern der Mosel macht ihn zu einem der beliebtesten Orte an der Mosel. Weltbekannt sind seine malerische Altstadt mit dem einzigartigen historischen Markt, die hoch über der Stadt thronende Burg Landshut und die an ihren Hängen reifenden, weltweit bekannten Weinrebensorten. Nicht zu vergessen ist Bernkastel die Geburtsstadt eines berühmten Gelehrten, Kirchenmannes, Philosophen, Theologen und Mathematikers: Nikolaus von Kues, geboren 1401. Cusanus, wie er sich lateinisch nannte, war eine führende Gestalt der europäischen Geistesgeschichte zwischen Mittelalter und früher Neuzeit. Das St. Nikolaus-Hospital (Cusanusstift) beherbergt seine Privatbibliothek, die zu den bedeutendsten Bibliotheken, die aus dem Mittelalter erhalten geblieben ist, zählt.

Am Randes dieses weltweit bekannten Wein-, Kultur - und Geschichtsortes liegt eine Schweiz: die Bernkasteler Schweiz. Sie enthält alle Facetten einer richtigen Schweiz mit Tal, Schlucht, Wasserfall und Berge. In den Reiseführern wird sie als die kleinste Schweiz Deutschlands (was zu überprüfen wäre), wenn nicht sogar der ganzen Welt beschrieben.

Ihr Start ist unweit unterhalb der Burg Landshut. Hier gelangt man in ein kleines Tal, genannt das Tiefenbachtal, das vom Fluss Tiefenbach durchflossen wird. Holzbrücken über das Flüsschen, umrahmt von kleinen Felsen und herabstürzenden Bäumen verleiht diesem Teil eine schweizerische Romantik. Abrupt endet das Tal an einem Wasserfall, der tobend in die Tiefe stürzt. Der Bach durchnagt hier einen massiven Bergvorsprung und taucht kurze Zeit später wieder an die Oberfläche. Von hier gilt es erstmal hinaufzusteigen, wo eine Kapelle auf einem Felszacken stehend, wartet. Es ist das Tinkeler Heiligenhäuschen (wieder ein solches Häuschen, siehe in Bergweiler in der Saarländischen Schweiz).

Die Stadt von der Mosel aus Der Wasserfall

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Nippeser Schweiz

Auf der Suche nach der Nippeser Schweiz in Köln

„Hier setze ich dich ab. Wir sind da!“ Meine Cousine strahlte mich mit einem breiten Lächeln im Gesicht an, während sie ihren Wagen stoppte. „In dieser Gegend hatte vor über 50 Jahren meine Mutter ihre erste Wohnung, nach ihrer Flucht aus der DDR. Sie wohnte genau gegenüber der Nippeser Schweiz.“ Ich schaute erwartungsfroh aus dem Fenster, aber ich konnte weder einen Hügel noch ein Tal oder See erkennen; etwas, das irgendwie an eine Schweiz erinnerte. Auch trübte das Bild der graue und nebelverhangene Himmel an diesem Tag Mitten im Februar 2013, ein Tag nach der Beerdigung ihrer Mutter, meiner Tante. Trauer und Wehmut lagen noch in der Luft und schienen dem Wetter über Köln zu schaffen zu machen. Meine Gedanken schweiften zu ihr und Erinnerungen stiegen wieder auf: die DDR und der Westen. 1988 war es, als ich als DDR-Bürger zum ersten Mal in den goldenen Westen fahren durfte - zum 71. Geburtstag meiner Tante in Köln. Das Ereignis hatte sich unauslöschlich in mir eingebrannt: Ich war überwältigt von der Fülle und Vielfalt, der Schönheit und des Farbenreichtums der Stadt und den tollen Geschäften und Einkaufsvierteln. Seitdem war ich fasziniert vom Westen und mein sozialistischer Alltag wurde nach der Rückkehr enorm durcheinander gewirbelt. Zum Glück fiel die Mauer ein Jahr später und Schritt für Schritt wurde auch der Osten bunter, vielfältiger und schöner.

Ich stieg aus und verabschiedete mich von meiner Cousine. Schnell setzte sich ihr Wagen wieder in Bewegung, denn sie befand sich im Halteverbot. Etwas verdutzt schaute ich mich um. Ob sie sich nicht geirrt hat? Ich blätterte in meinem Ausdruck nach, den ich im Internet gefunden hatte: „Als ‚Nippeser Schweiz’ wird ein Grünzug bezeichnet, der am Südende der Merheimer Straße beginnt und sich dann, Richtung Westen, nördlich der Inneren Kanalstraße hinzieht. Unterbrochen wird er durch die Escher Straße und eine parallel zu dieser verlaufenden Bahnlinie; er setzt sich dann fort bis zur Hornstraße, reicht also bis Neu-Ehrenfeld. Die Nippeser Schweiz ist der schönste Teil des Grüngürtels. Hier befinden sich einige Sportplätze und eine Brunnenanlage, die bisweilen ‚Alhambra’ genannt wird.“

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